1. Korinther 2,2

„Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten.“ (1. Kor. 2, 2)

Liebe Freunde,

kaum ein anderer Brief weist im Neuen Testament so viele und so verschiedene Schwerpunkte auf wie der erste Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth. Und etliches davon ist schon beim ersten Hinschauen top-aktuell. Angesichts ausgeprägter Lobby-Bildung spricht Paulus vom Wert der Einheit in der Gemeinde. In wichtigen ethischen Fragen wird die Bedeutung der Heiligung, der Abhängigkeit von Christus, betont. Die ausführlichsten Gedanken zur Praxis des Abendmahls sind in diesem Brief ebenso zu finden wie wegweisende Aussagen zu leidenschaftlicher Spiritualität. Dass Lehrfragen nicht beliebig zu beantworten sind wird von Paulus beispielhaft an der Frage der Auferstehung verdeutlicht. Und eines der beliebtesten und meistzitierten Kapitel des ganzen Neuen Testaments, das sogenannte „Hohelied der Liebe“, stammt ebenfalls aus diesem Brief! Was für ein Dokument!

Und zu Beginn dieses Schreibens legt Paulus sich ganz einfach auf das Zentrum seiner gesamten Überlegungen fest: Jesus Christus, der Gekreuzigte! Es geht um eine Person, um eine Beziehung, um Abhängigkeit. Alles, was Glauben ausmacht, wird durch ihn bestimmt und in der Verbindung mit ihm erlebt. Unser Gemeinschaftsbund mag viele Aufgaben und feste Überzeugungen haben – das Zentrum ist denkbar leicht zu nennen: Ein Leben mit Jesus, dem Herrn! Wir ringen um theologische Fragen, wir investieren uns gern in den Bau von Gemeinde. Aber das alles bestimmt nicht unsere Identität. Es geht um ihn, den Herrn, der uns zuerst geliebt hat.

Und, wichtig gerade im Zusammenhang eines Briefes, der die Bedeutung der Auferstehung betont: Paulus spricht von Jesus Christus, dem Gekreuzigten. Man hätte hier eine sanfte Ermahnung einbauen können und Paulus bitten, etwas vollständiger zu formulieren, etwa so: Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr. Das wäre theologisch einwandfrei. Aber Paulus betont die Seite des Sterbens und Auferstehens, die die ganze Liebe Gottes zu uns Menschen ausdrückt: Jesus ist der, der für mich starb. Da steckt die Wärme des Glaubens drin. Auch das wünschen wir uns vom Gemeinschaftsbund: dass die Liebe Gottes in unserer Mitte erfahrbar ist. Diese doppelte Festlegung auf unseren Herrn und sein Erbarmen ist eine großartige Basis für die Arbeit unseres Gemeinschaftsbundes und unserer ganzen Kirche.

Seid gesegnet!
Andreas Kraft

1 Kommentar zu „1. Korinther 2,2“

  1. Andreas und karin

    Lieber Andreas, danke für die klare Botschaft und den konsequenten Weg. Wir wünschen euch weiterhin Gottes Kraft und Segen für diesen Auftrag.
    In der Verbundenheit durch Jesus Christus
    Karin und Andreas Weiß
    Aus dem schönen Erzgebirge

Schreibe einen Kommentar zu Andreas und karin Kommentieren abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alle Beiträge

Rogate! Plädoyer für ein Gebetsleben, das unser Leben weiter bringen kann! Past. i. R. Dr. Daniele Baglio – Barmen. Es gilt das

Haben Sie sich mal gefragt, warum wir am Anfang der Gottesdienste immer singen, und warum das Musikspiel so mit der christlichen Liturgie

Dr. Daniele Baglio, Pastor der EmK im (Un)ruhestand, hat am 25.4.2021 in Wuppertal-Barmen eine Predigt über das Thema Ehe weitergegeben. Hier können

Schreiben Sie uns eine Nachricht