„Jeschua hamashiach“ – Jesus der Christus und die Messiasse

„Jesus ist der Christus“

An diesem Bekenntnis scheiden sich Kirche und Synagoge. Dieses Faktum trennt das Gottesvolk des Alten Bundes   von dem des Neuen Bundes.

„Du bist der Christus“ – So lautet das Bekenntnis des Fischers Simon bei Cäsarea Philippi – dem PAN-Heiligtum, einem heidnischen Wallfahrtsort am Fuße der Quelle des Kleinen Jordan <Matth 16, 16>. Die Bedeutung des Fischers Simon besteht darin,  daß er der erste Mensch gewesen ist,  der damit das Geheimnis des Nazareners ausgesprochen hat. „Jesus ist der Christus“  Das war Kern und Stern der urchristlichen Predigt.  Dafür einige Beispiele. Der frisch bekehrte pharisäische Schriftgelehrte Saul von Tarsus bringt die Juden von Damaskus aus der Fassung,  indem er ihnen nachweist,  „daß dieser <sc. Jesus> der Christus ist“ <AG 9, 22> In AG 17, 3 berichtet Lukas,  Paulus habe den Juden in Thessaloniki dargelegt,  daß Jesus der Christus sei Das ist auch seine Botschaft in Korinth <AG 18, 5>: Paulus bezeugte den Juden,  daß Jesus der Christus ist. Und in AG 18, 28 lesen wir,  Apollos bewies den Juden aus den Schriften, daß Jesus der Christus ist. Das Johannes-Evangelium ist verfaßt mit der Absicht, seine Leser davon zu überzeugen, „Jesus sei der Christus“ <20, 31>. In seinem ersten Brief stellt Johannes fest <2, 22>: „Wer leugnet, Jesus sei der Christus, ist ein Lügner, ja der Anti-Christ.““ Positiv gewendet in 1. Joh. 5, 1:  „Wer glaubt, Jesus sei der Christus, der ist von Gott geboren.“ —- Jüdische Ohren waren sich, sofern sie das AT kannten,  der Ungeheuerlichkeit dieser Aussage bewußt.

Für uns Abendländer bedarf der Christus-Titel einer Erklärung. Im Alten Bund gab es zahlreiche Messiasse.  Das Verbum „mashach“ bedeutet beschmieren, salben. Ein Messias ist also ein „Gesalbter“. Vor allem Könige wurden mit Salböl gesalbt. <1. Samuel 10, 1 & 16, 1> Samuel salbt Saul und später David zum König von Israel. Die Ölsalbung war ein äußeres Zeichen für einen inneren Vorgang, nämlich die unsichtbare Geistmitteilung <1. Samuel 16, 13: Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte David…Und der Geist JHVHs geriet über ihn von dem Tage an. So auch 1. Samuel 10, 5. Der Geist JHVHs wird über dich kommen…du wirst umgewandelt und ein anderer Mensch werden> Priester wurden gesalbt <Numeri 35, 25 …der Hohepriester,   den man mit dem heiligen Öl gesalbt hat> <Psalm 133, 2 das Salböl auf dem Haupte Aarons> Auch wenn uns nur eine Propheten-Salbung berichtet wird,  nämlich die von Elisa durch Elia <1. Könige 19, 15-16> , so galten die Propheten doch als Gesalbte. <„Tastet meine Gesalbten nicht an, tut meinen Propheten kein Leid!“ So lesen wir in Psalm 105, 15 & 1. Chronik 16, 22>. Könige, Priester und Propheten waren die Geistgesalbten des Alten Bundes.

Es gab also zahlreiche Messiasse. Jesus aber ist der Messias. Er vereinigt alle drei Ämter in seiner Person.  Er ist, wie es gelegentlich in alten Heilsliedern heißt:  König, Priester und Prophet in Personalunion <z. B. „Welch ein Freund ist unser Jesus“> Jesus ist König in seinen Taten,  Priester in seinem Versöhnen  und Prophet in seinen Worten. Es ist aber nicht nur der Umstand,  daß Jesus also drei Ämter auf sich vereinigt.

Daß Jesus von Nazareth der Christus, der Messias ist, hat aber noch eine andere Ursache:  In Jesaja 11,2 wird hinsichtlich des Davidssohnes verheißen: „auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN…“  In der hebräischen Rückübersetzung wird das Wort „bleiben“  in Johannes 1, 32 – 33 wiedergeben mit dem gleichen „ruhen“. Dort lesen wir: „Johannes bezeugte…:’Ich sah, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube und auf ihm blieb….Der mich sandte zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: ‚Über welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist es, der mit dem heiligen Geist tauft`‘.“  

Jesus ist also der Geist-Träger, der zum Geist-Mittler wird.  Der Geistträger konnte aber nur zum Geistmittler, zum Geisttäufer werden dadurch, daß er sich vom Vater willig zum Lamm Gottes machen ließ, „das der Welt Sünde trägt“ <Joh 1, 29>.

Erst mußte der Sohn aus der Welt schaffen, was zwischen dem heiligen Gott und der abtrünnigen Menschheit stand: die Sünde. Danach war der Weg frei für das ungehinderte Strömen des Heiligen Geistes. Mit dem Geschehen von Golgatha wurde der Geist Gottes,  der bisher nur wenigen Auserwählten zuteil wurde, allen zugänglich. So sind Karfreitag und Ostern die Voraussetzung für das Geschehen von Pfingsten, die Ausgießung des Heiligen Geistes..

So gesehen ist es konsequent, daß auch solche, die den Heiligen Geist empfangen haben und sich von ihm leiten lassen <Römer 8, 14>, sich Christen nennen <siehe Apg. 11, 26 Christianoi>.  Es konnte nicht ausbleiben, daß aus dem Ehrentitel „der Messias“  der zweite Eigenname des Gottessohnes geworden ist:  Aus Jesus, dem Christus wurde Jesus Christus.    

Hans Jakob Reimers am 1. Juli 2021, ergänzt am 23. Febr. 2023 

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