Unsere Jugend braucht „Abwehrkräfte“. Beten wir gerade für sie, damit es unserer Stadt gut geht!

Und sucht den Schalom der Stadt, in die ich euch gefangen weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN! Denn in ihrem Schalom werdet ihr Schalom haben.

Dieses Wort aus Jer 29,7 findet sich heute in der Tageslosung. Dreimal begegnet uns im Urtext der Wortstamm „Schalom“. Und das beinhaltet mehr als Frieden – es kann auch mit Wohlergehen, Heil in einem tiefen und umfassenden Sinne verstanden werden.

Wir wurden in den letzten Jahrzehnten auch „weggeführt“, wie Carlo Carretto Ende der 80er Jahre beschreibt – in dem Abschnitte aus seinem Buch, den ich heute gerade lese.
Als Mitglied der Gemeinschaft „Kleine Brüder von Charles de Foucauld“ war er viele Jahre in der Wüste, aber dann wieder zurückgerufen zu den Menschen. Es ist beachtlich, was er im Blick auf die Kinder, deren Kindeskinder-Generation wir heute haben, in den Achtzigerjahren schreibt:


„Und so war ich gezwungen, zurückzukehren. Und mit den Brüdern durch die Straßen der Welt zu gehen wie ihr. Und wie ihr diese doppelte Spannung zu erleiden, die dir die Tränen aus den Augen preßt. Und wie ihr zu versuchen, die Breschen und die bröckelnden Mauern der Welt zu reparieren.
Wie erschrocken war ich bei meiner Rückkehr in die sogenannte Zivilisation von heute! Schon ehe ich damals fortging, ahnte ich, daß die Dinge eine schlimme Wendung nähmen, aber nie hätte ich mir vorgestellt, zu welchem Punkt die Krise vorangeschritten ist.
Nie hätte ich gedacht, daß wir bei so beklemmenden Phänomenen angelangt seien, wie es der Terrorismus ist, die Mafia, die Schieberei. Gewiß, so etwas gab es schon vorher, es gab immer den Terrorismus oder die Anarchie, aber es waren nicht ganze Bereiche wie die Universität davon verheert, es war nicht so weit gekommen, daß so viele Jugendliche davon erfaßt wurden wie von einem Wahn … Das Übel fraß sich überall hinein und zerstörte jahrhundertealte Traditionen und Abwehrkräfte. Die gesellschaftlichen Kommunikationsmittel, die kulturell zweideutig geworden sind, vermögen den Vorgang nicht aufzuhalten, sie werden vielmehr ein ungeheures, anonymes und ungreifbares Echo und tragen, auch wenn ungewollt, dazu bei, den Zersetzungsprozeß zu beschleunigen.
Ein Junge von heute vor dem Fernsehen ist verloren. Nur von Bildern überschwemmt, liest er nicht mehr, denkt er nicht mehr, läßt sich gehen und wird unmerklich zu einer Nummer.
Der entfesselte Sex, der jedermann in leichte Reichweite gerückt ist, setzt ihn in Rausch.  
Die Droge als Ersatz für alle Werte und als Flucht vor der Langeweile stellt ihm tödliche Fallen.
Schauen wir die Lage obenhin an, können wir wirklich sagen: Wir sind am Ende einer Epoche angelangt; es ist der Zusammenbruch des Reiches, die Herrschaft der Finsternis.“  


Carlo Caretto: Ich habe gesucht und gefunden; 5.Auflage Herder 1991, S.182f

Ich lade ein, dass wir tun, was wir in Jeremia 29 lesen: Beten und wirken wir für das „Heil“ unserer Gesellschaft, besonders für die junge Generation. Sie bedarf unseres Schutzes, auch unserer christlichen Gegenkultur (in Form von Salz, das von uns in die Wunden derzeitiger Entwicklungen gestreut wird und uns nicht immer positive Echos bringen wird)! Damit geben wir Heilsames mit in die Entwicklung der fragilen Lebensläufe und für die Zukunft unserer Städte, Dörfer, Länder. Die zugespitzten Gedanken des engagierten Wüstenbruders nach seiner Rückkehr aus besonderen Zeiten und Erkenntnissen in der Nähe Gottes können uns dazu eine Hilfe sein.

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