Jugendtag - GB.Youth x OpenDoors
Sep
Hier ist eine Seite von 250 bedrückenden Seiten, die Birgit Kelle in gründlicher Arbeit mit Quellenangaben über den Menschenhandel der Leihmutterschaft geschrieben hat:
Aus Kelle, Birgit: Ich kauf mir ein Kind; finanzbuchverlag.de 2024, Seite 227
„Aus Georgien berichtet Ketevan Robakidze, Gründerin der georgischen International Surrogacy and Egg Donation Agency, über die Schwierigkeiten mit renitenten Mietmüttern. Da es in Georgien nicht genug Frauen gab, um die Nachfrage zu decken, hatte man versucht, Frauen aus anderen Ländern wie etwa Kasachstan nach Georgien zu bringen. Das habe aber nicht funktioniert. Sie hätten sich geweigert, die dafür nötigen Medikamente zu schlucken, und in manchen Fällen seien sie aus dem Land geflohen. In derselben Recherche des Business Insider221 erzählt die ehemalige Mietmutter Katia, wie sie über zwei Jahre lang mit sich gehadert habe, die Armut als alleinerziehende Mutter sie dann aber dazu getrieben habe, und nachdem der Vertrag unterzeichnet gewesen sei, habe es ja auch kein Zurück mehr gegeben: »Es ist extrem schwer, ich könnte es nicht nochmal machen. Ich trug neun Monate ein Baby und dann haben sie ihn mir weggenommen, der Schmerz ist unerträglich.«
»Ich weinte, ich schrie auf der Station. Es war sehr schwierig, dass ich es zurückgeben musste, ich konnte es nicht ertragen, ich träumte von diesem Kind«, das sagt Mietmutter Victoria in der bereits zitierten Reportage von Politico. Die ersten beiden Kinder wurden im Bauch mit Giftspritzen getötet, erst das dritte Kind war von erhoffter Qualität. Das musste sie dann hergeben. Danach griff die Leere zu.
Es leiden auch jene Mütter, die für die Mietmutterschaft oft monatelang von ihren eigenen Kindern getrennt, manchmal in einem anderen Land leben müssen, um es zu Hause zu verbergen oder weil die Kunden es so wollen und sie in einem bestimmten Land und unter einem bestimmten Gesetzesregelwerk entbinden sollen. In der ZDF-Dokumentation der Sendereihe 37 Grad kommen in der Folge »Unser Wunschkind und der Krieg: Über »Leihmutterschaft« in der Ukraine« aus dem Jahr 2022 auch jene Frauen zu Wort, die das nicht gut verkraften. Eine berichtet, dass sie wegen des Krieges nicht nur unter russischen Raketenangriffen entbinden musste, sondern auch eine ganze Woche dieses Kind erst selbst versorgen musste, bevor sie es dann hergeben musste. Sieben Tage füttern, wickeln, halten, kuscheln und dann hergeben. Das ist unmenschlich für Mutter und Kind. Die ukrainischen Behörden bestätigen selbst, dass sich jedes Jahr Dutzende von Frauen an sie wenden, die die Kinder behalten wollen, dass man aber bei gültigen Verträgen nichts machen könne.“
Der Anlass zum Zitieren dieser Zeilen ist HIER nachzulesen.
HIER gibt es zudem weitere Informationen zum Thema „Mietmutterschaft“ .