
Als der Gemeinschaftsbund vor fünf Jahren entstand, war nicht abzusehen, wohin die Gesellschaft geht. Inzwischen müssen wir feststellen: Es ist eine schiefe Ebene, wo Kräfte und Mächte die Bedeutung von Familie, Ehe und Muttersein immer weiter abwärts driften lassen. Während wir diese Bewegung beobachten, geht es auf der anderen Seite mit der Aktualität von Worten des Paulus und damit der Bibel steil bergauf, denn die alten Worte aus Römer 1 gewinnen immer mehr an Relevanz:
20 Gottes unsichtbare Wirklichkeit, seine ewige Macht und göttliche Majestät sind seit Erschaffung der Welt in seinen Werken zu erkennen. Die Menschen haben also keine Entschuldigung. 21 Trotz allem, was sie von Gott wussten, ehrten sie ihn aber nicht als Gott und brachten ihm auch keinerlei Dank. Stattdessen verloren sich ihre Gedanken ins Nichts, und in ihrem uneinsichtigen Herzen wurde es finster. 22 Sie hielten sich für Weise und wurden zu Narren … 28 Und weil sie es nicht für gut hielten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, so dass sie tun, was man nicht tun darf.
Damit haben wir schon ein erstes Beispiel, dass wir als Christen die Situation nicht nur beklagen, sondern „mutig voran“ dem auch etwas entgegenstellen! In diesem Widerstand mit dem Wort Gottes steckt ganz viel Hoffnung: Es muss alles nicht so bleiben, wie es ist.
Nun müssen wir aber anhand aktueller Entwicklungen doch erst einmal eine beklagenswerte Bestandsaufnahme machen, bevor wir weitere Schritte besprechen, die uns helfen, mit Christus nach vorne zu gehen – Er kann menschliche Schwerkraftprozesse umkehren in geistlichen Aufbruch!

Bestandsaufnahme 1: Natürliche Normalität

Dazu möchte ich ein Erlebnis aus unserem Urlaub mit Ihnen teilen. In unserer Pension waren auch muslimische Familien untergebracht, die es offenbar mit ihrem Glauben ernst meinen. Es war eine Freude, zu beobachten, wie Familie funktionieren kann: Mit vielen Kindern, liebevollem Umgang, respektvoller Atmosphäre und mit der Oma – die auch mit zur Großfamilie der Urlauber gehören durfte. Alles fühlte sich so natürlich, gottgemacht und vernünftig an. Einer der syrischen Sommerfrischler sagte mir dann in einem Gespräch, dass er in Deutschland alles hat, was er braucht – allem voran einen Beruf, der den Menschen hier dient. Trotzdem denkt er aber daran, zurückzugehen. Warum? – Weil er die Erziehung seiner Kinder gefährdet sieht: Die klassische Familie wird in vielen Bildungseinrichtungen nicht mehr gelehrt – und der Wert „Familie“ ist für ihn und seine Religion kein Randthema, sondern so existentiell, dass sie den Rückzug erwägen.
Bestandsaufnahme 2: Ein Parteitagsbeschluss
Fast zeitgleich liefert eine Partei, die keine kleine Splittergruppe ist, mit ihren Verlautbarungen vom 20.6.2026 deutliche Zuarbeit zu den Befürchtungen unserer Miturlauber. Die Linke gibt im neuen Parteitagsbeschluss „Das Leben organisieren. Die Linke ist eine feministische Partei“ eigentlich ein Ziel, das wir Christen nur bejahen können: „Es geht darum, die gesellschaftlichen Verhältnisse so zu verändern, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung und Identität oder ihrer (sozialen) Herkunft gleichberechtigt ein gutes Leben führen können.“ Soweit das Großgedruckte, das sicher alle Menschen mit gesundem Menschenverstand gut finden.
Dann aber sind u.a. folgende Passagen in dem Beschluss [Version vom 29.6.26) zu lesen:
„Faschistische Bewegungen und Parteien weltweit machen Geschlechter-, Familien und Migrationspolitiken zum zentralen Kampffeld, um für ihre menschenverachtende Agenda zu mobilisieren. Sie konstruieren ein Bild von faschistischen Körpern, von biologistischer Zugehörigkeit sowie von einer cis- und heteronormativen Geschlechterordnung. Alle Menschen, die in dieses starre Bild nicht passen, erklären sie zu ‚inneren Feinden‘, die ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt werden und Angriffe auf die Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung treffen diese am stärksten. Gegen diese rechte Hetze müssen wir solidarisch zusammen stehen.“
Offenbar fallen auch wir unter diese Kategorie, wenn wir eine „biologistische Zugehörigkeit“ durch unser natürliches Geschlecht vertreten – ganz schnell sind wir im Topf von „Faschistischer Bewegung“ gelandet. Es schaudert mich – nicht nur wegen der Befürchtung, für meine Überzeugung als Faschist verfolgt zu werden, sondern auch wegen der Gräueltaten der „Faschisten“ in der NS-Zeit, die mit diesem Begriff unwillkürlich bei mir auftauchen und deren Machenschaften verharmlosen. Und die Sprache, die einen harten Kulturkampf verkörpert, läßt zusätzlich frösteln.
Im weiteren Verlauf wird definiert, wer eine Frau und ein Mann ist. Weil die einfache biologische Begründung nicht zählen darf, müssen Beobachtungen der Tätigkeiten her: „Im täglichen Tun werden die Sorgenden zu Frauen ‚gemacht‘, während diejenigen, die die Arbeit außerhalb des Hauses verrichten – auf dem Feld, im Krieg, in der Politik oder in der Lohnarbeit – als Männer gelten.“ Hier wird die moderne Sichtweise propagiert, dass das Frau- und Mannsein nur durch die Arbeitsteilung und Aussenansicht „produziert“ wird – das Geschlecht entsteht als Produkt des Tuns und dessen „Geltung“. Nicht als Produkt der von Gott gegebenen Identität.
Um zu vermeiden, dass die Sorgenden („Frauen“) einseitig zu viele Lasten tragen, wurde dieses Programm aufgelegt: „Konkret heißt das, Sorgearbeit muss in gesellschaftliche Verantwortung genommen werden, statt sie den Haushalten und darin den als Frauen markierten Menschen zuzuweisen.
Sorgearbeit zu vergesellschaften bedeutet daher für Befreiung zu kämpfen – sowohl von gewaltvollen, binären sowie hetero- und cis-normativen Geschlechterverhältnissen, als auch von herrschaftlichen Klassenverhältnissen.“
Da diese Sorgearbeit also kein Ehepaar mehr verrichten soll, wo man leicht auf die Idee kommen könnte, eine sei die Frau und der andere der Mann, soll es die neuen Lebensmodelle geben. Der „Zweigeschlechterfamilie“ wird bei dieser Gelegenheit durch bunte Ideen des Zusammenlebens ein Abgesang geliefert: „Besser leben mit Kindern: Familie für alle Fokus auf (queere) Mehrelternfamilien sowie Alleinerziehende und solidarische Lebensformen, zu denen fast immer auch ein größeres soziales Netz aus Freundinnen, Nachbarinnen und Wahlfamilie gehört; Förderung von rechtlicher Anerkennung und finanzieller Unterstützung für Mehr-Eltern-Modelle, Regenbogenfamilien und andere Formen „Familien“ zu leben – mit und ohne Kinder. Damit wird die traditionelle Zweigeschlechterfamilie durch eine vielfältige, solidarische Familienpolitik ersetzt, die alle Lebensmodelle und Beziehungsweisen anerkennt.„
Dies waren nur wenige Auszüge aus dem Programm, das die Schöpfung von Mann und Frau und daraus resultierender Familie noch deutlicher ablehnt als in den Jahren zuvor. Das „Bergab“ der klassischen Familie nahm und nimmt seinen Lauf in Teilen unserer Gesellschaft.
Christsein mit aufhaltender Wirkung
Wie gehen wir mit diesen Nachrichten um?
Wir können sie als „nicht relevant“ einstufen: Wer sind schon die paar Leute von dieser Partei, die solche Ideen in die Öffentlichkeit geben? – Diese Sichtweise verkennt, dass solche Denkschulen in gewissen Milieus sich durchsetzen und dann auch in der breiteren Bevölkerung heimisch werden. Man gewöhnt sich dran. Sie verkennt auch, dass es hier um die „schiefe Bahn“ geht, die immer bedrohlicher für unsere Gesellschaft wird, umso weniger die klassische Familie mit klassischer Elternfürsorge die Normalität ist. Mit solchen Gedanken ist das von Paulus beschriebene Chaos („Narrenwerk“ bei Römer 5 oben) vorprogrammiert – und das werden unsere Enkelkinder auszubaden haben. Und damit spüren wir: Es ist auch für uns relevant, auch wenn bei uns im Dorf solche Gedanken noch nicht angekommen sind.
Wir können sie als dringendes Gebetsanliegen einstufen: So, wie einst die Friedensbewegung in der DDR mit den Montagsgebeten das Flehen zu Gott markierte, sollten auch wir in unseren Gebetskreisen und Gemeinden dieses Thema „Erhalt der klassischen Familie“ mit Inbrunst vor Gott bringen.
Wir können Menschen von Gottes eigentlichen Plänen informieren. Wie heißt es in Jeremia 5,21?
›Hör mir zu, du törichtes, unvernünftiges Volk! Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören? Habt ihr keine Achtung vor mir?‹«, spricht der HERR.
Wer sollte das Volk warnen, wenn nicht wir Christen? Wäre es der Einsatz für die „klassische Familie“ nicht sogar wert, mit Menschen anderer Religionen gemeinsam für die Marke „Familie“ einzutreten? Würden diese dann nicht (endlich) lernen, dass auch wir Christen eine klare Familienethik in unserer Bibel haben und dass sie es auch einmal probieren können, sich auf das Angebot von Christus einzulassen?
Wir sollten auch Kräfte, die diese Vorhaben vertreten und diejenigen, die mit ihnen koalieren könnten, warnen, indem wir uns mit dem Mut von Propheten an Abgeordnete und andere Politiker wenden.
Wir können wesentlich stärker in die Öffentlichkeit gehen: Beispiel: Ein kraftvolles Bild war „Schwerter zu Pflugscharen“ von besagter kirchlicher Friedensbewegung. Welche Kraft Bewegungen haben können, die vor Ort beginnen (vielleicht mit einem öffentlichen Gebet für die „Familie“) und mit Mut gegen den Mainstream und herrschende Ideologien angehen, zeigt dieses Foto von 1983 aus Wittenberg. Was für ein Symbol: Der Heilige Geist kann herrschende Gedanken umschmieden – und schiefe Ebenen aufhalten! Lassen wir uns hierfür neben dem Mut auch die Kreativität eines starken Symbols für die Familie schenken! Auch die Zugehörigkeit zum Gemeinschaftsbund mit der öffentlichen Unterschrift ist so ein kleines prophetisches Zeichen an Gesellschaft und Kirchen.

Wir können Familie fröhlich leben: Andere Menschen dürfen an uns sehen: Der Mann liebt die Frau und die Frau achtet den Mann (Eph 5). Sie dürfen sehen, dass es bei uns keine Unterdrückung oder „Geschlechtszuschreibung“ (mehr) gibt – und dass jeder in seiner Rolle glücklich sein kann. Sie dürfen sehen, dass Kinder, die aus solchen Familien kommen, starke Startvoraussetzungen ins Leben haben. Gemeinden können ihren Focus darauf richten, Familien in dieser Weise zu unterstützen. Unsere Ethik aus der Bibel bietet die besten Voraussetzungen, „ein gleichberechtigtes gutes Leben zu führen“, wie es der Partei vor Augen steht. Und damit kann es wieder bergauf gehen mit Müttern, Vätern und Kindern.
Bild bergab/bergauf: Bild von Alexa auf Pixabay
Symbolbild Familie: Bild von F. Muhammad auf Pixabay
