„Aber, Herr“, rief Hananias aus, „ich habe gehört, wie viel Schlimmes dieser Mann den Gläubigen in Jerusalem angetan hat!“ Doch der Herr erwiderte: „Geh und tu, was ich sage.“ Da machte Hananias sich auf den Weg und fand Saulus. Er legte ihm die Hände auf. Aus Apg 9

Hand aufs Herz: Hätten Sie Ihren Tagesplan unterbrochen, sich auf den Weg gemacht – nur um einer megakomplizierten Person eine Nachricht zu überbringen? Wenn ja, dann ist das Ihre kleine Hananias-Geschichte. Von ihm lesen wir in Apg 9, dass Gott ihm den Impuls gab, mit dem bekannten Antichristen und Hetzer Saulus zu reden – möglichst sofort. Nahkontakt mit diesem Mann?
Wie viel Vertrauen brauchte Hananias, um am Ende sich wirklich auf den Weg zu machen? – Ich lerne von ihm: Er hatte genau so viel Vertrauen in seinen Gott, um im Gehorsam die Angst, Bequemlichkeit und eigene Zeitplanung aufzugeben – so dass am Ende etwas ganz Neues im Leben von Saulus und der jungen Gemeinde entstehen konnte. Und sicher auch im Leben von Hananias selbst. Er hat gelernt: Gott redet zu mir; Gott gibt mir die Kraft, einen Vertrauensschritt zu gehen; Gott kann Umstände grundhaft verändern.
Ganz ehrlich: Mit diesem Hananias würde ich gerne einmal wandern gehen. Seine Erfahrungen hören, aber auch seine Persönlichkeit und sein Gottvertrauen an meiner Seite spüren wollen. Ich könnte für meinen Glauben lernen, mir von ihm abgucken: Nicht nur 70 oder 90 Prozent Gottvertrauen in meinem Herzen zu entwickeln, sondern die 100 Prozent, die dazu führen, so dass sich in der Geistlichen Welt neues entwickeln kann! Wasser ist hier ein gutes Beispiel: Es kommt nicht schon bei 95 Grad in die neue Qualität des Dampfes, sondern bei genau 100 Grad. Wenn ich auf Hananias blicke, bete ich: „Gott, bitte schenke mir solchen 100-Grad-Glauben.“
Ich wünsche uns solche Partner, die uns als Jüngerinnen und Jünger in diesem Glauben an den mächtigen und liebenden Vater stärken – und dass wir selbst solche Partner sein können. Das ist „Aufbruch Jüngerschaft“.
Wenn ich mit Hananias also mit meinen Walkingstöcken losziehen würde, könnte ich teilnehmen an seiner Persönlichkeit, seiner Intimität mit Jesus. Was würde bei diesem Walking passieren? – Jüngerschaft! Seine geistliche DNA wird auf mich abfärben.
Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern.
Aus Mt 28
Die nächste Frage an mich: Wäre ich auch bereit, ein Mensch zu sein, der anderen etwas von der eigenen, jahrelang angereicherten Gotteserfahrung weitergibt? Ihnen auf „Armlänge“ nahe zu sein, wie es von Hananias am Ende berichtet wird? Sie damit zu unterstützen, in ihre eigene Jüngerschaft zu kommen (Mt 28,19)? – Dann müsste ich bereit sein zum Nahkontakt zu dem Menschen und meinem Gott gleichermaßen bereit sein.
Das wäre dann ein echter „Aufbruch Jüngerschaft“, mit dem der Newsletter #wert-voll 2026 titelt.

Zur Mission „Aufbruch Jüngerschaft“ macht nicht nur Hananias Mut, sondern es sind auch Christen, die über die Jahrhunderte immer wieder aufgebrochen sind. So auch John Wesley, von dessen geistlicher Präsenz ich auch gerne bei einem Ausritt für meine eigene Jüngerschaft profitieren würde: Am 13.1.1745 schreibt er von einem plötzlichen geistlichen Einbruch: „Eine Sorge nach der anderen begann mich beständig zu jagen, sie ergriffen immer mehr von meinen Gedanken Besitz.“ Was tat er? – Er wagte den Aufbruch aus dieser Situation und begann „um mein Leben zu laufen, und das sofort“. Er nahm sich tags darauf ein Pferd und wagte einen 100-Grad-Glauben bei einem totgeweihten Ehepaar, obwohl (oder weil?) es ihm selbst nicht gut war: „Doch nachdem wir gebetet hatten, glaubte ich, dass sie nicht sterben, sondern wieder genesen würden …“
Wir als GB treten dafür ein, dass Christen in diesem Mut zum tatsächlichen Losgehen gestärkt werden: Dass wir uns mit den Werten Gottes und zu Menschen hintrauen und damit das Weitergeben der besten Botschaft der Welt trainieren. Im Ergebnis werden unsere Gegenüber und auch wir selbst im Glauben wachsen und gedeihen.
Pastor Steffen Klug
