„Wir glauben, dass die Familie die grundlegende Lebensgemeinschaft darstellt, durch die Menschen in gegenseitiger Liebe, Verantwortung, Respekt und Treue gefördert und getragen werden. Wir unterstreichen die Bedeutung liebevoller Eltern für alle Kinder. Wir verstehen die Familie so, dass sie eine größere Bandbreite an möglichen Formen einschließt als die Zwei-Generationen-Einheit von Eltern und Kindern (die Kernfamilie). Wo es in der Familie zwei Elternteile gibt, sind nach unserer Überzeugung beide gleichermaßen für die Erziehung der Kinder und für den Zusammenhalt der Familie verantwortlich. Wir unterstützen alle sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Bemühungen, familiäre Beziehungen zu erhalten und zu stärken, damit jedes Familienglied Hilfe erfährt bei der umfassenden Entwicklung seiner Persönlichkeit.“ Aus den Sozialen Grundsätzen der EmK Artikel 161
„Familie im Nebel“ heißt unsere Rubrik, in der Vorgänge beschrieben werden, die der „klassischen“ Familie, die Kindern Stabilität, Resilienz und Werte mit ins Leben geben kann, immer weniger Bedeutung verleihen. Es scheint so zu sein, dass sich die Gesellschaft immer mehr daran gewöhnt, dass die Familie mit Mutter, Vater und Kind nicht mehr der Normalfall und der Konsens der Gesellschaft ist, um des Kindeswohles und unserer Demografie willen. Die Tagesschau meldet hierzu, bezogen auf 2024: „Die durchschnittliche Zahl der Kinder, die Frauen pro Person in Deutschland zur Welt bringen, ist erneut gesunken. Die Geburtenrate betrug im vergangenen Jahr 1,35, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit lag sie zwei Prozent niedriger als im Vorjahr. “ Dabei ist es so, dass zum Erhalt einer Gesellschaft mindestens 21 Kinder von zehn Paaren geboren werden müssen. Das ist aber nur der Erhalt – vom „Seid fruchtbar und mehret Euch“ (1.Mose 1,22) kann bei dieser Zahl auch noch nicht ausgegangen werden – das würde dann wohl bei drei Kindern pro Paar beginnen.


Während wie HIER beim ZDF der Ausgleich zur Gesundung der Demografie bei Zuwanderung gesucht wird, machen sich einige Organisationen und Stiftungen in Deutschland Gedanken, wie wieder mehr Kinder zur Welt kommen können und dafür Familien gefördert werden. Und sie haben große Sorge, dass bei diesem Weg gerade der Rückwärtsgang eingelegt wird, denn es gibt etliche Projekte, die nicht der Förderung der Familie, die Zeit für Kinder hat, dienen. Drei Beispiele aus aktuellen Diskussionen von Ostern 2026:
Ehegattensplitting könnte abgeschafft werden:
Hier der Auszug eines ausführlicheren Artikels, der zum Verstehen hilft, von „Demo für alle“: „Das Bundesverfassungsgericht erklärte 1957 die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren für unvereinbar mit dem Grundgesetz. Daraufhin führte der Bundestag 1958 das bis heute geltende Ehegattensplitting ein. Es geht also um eine grundlegende Frage der Steuergerechtigkeit. Ehepartner sind rechtlich verpflichtet, füreinander einzustehen und gemeinsam zu wirtschaften. Diese Realität muss sich auch im Steuerrecht widerspiegeln. Das Ehegattensplitting stellt sicher, dass Paare mit gleichem Gesamteinkommen auch gleich besteuert werden, unabhängig davon, wie sie Erwerbs- und Familienarbeit untereinander aufteilen„. Bewährte Elemente der den Bevölkerungserhalt im Blick habenden Sozialen Marktwirtschaft der ersten Generationen nach dem Krieg drohen, leichtfertig aufgegeben zu werden. Die Gründerväter und -mütter der BRD wußten nach dem Grauen der aggressiven Nazidiktatur mit Weisheit und Weitsicht die Gesetze zu entwickeln.

Medizinische Mitversicherung von Ehepartnern könnte abgeschafft werden:
Sylvia Pantel schreib bei der „Stiftung Familienwerte„: „Die Bundesregierung erwägt, ein zentrales familienpolitisches Element unserer Sozialstaatsordnung zu entwerten: die beitragsfreie Mitversicherung von Ehe‑ und Lebenspartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung. Damit wird kein technischer Versicherungsschritt reformiert, sondern ein tiefes Signal gegen Familie, gegen Care‑Arbeit und gegen die Lebensmodelle von Millionen Menschen in Deutschland gesendet.“ Es lohnt sich, den gesamten Artikel zu lesen, um in dieser Materie „sattelfester“ zu werden.
Aufnahme „Sexueller Identität“ ins Grundgesetz:
Hierzu gibt es einen vertiefenden Beitrag. Frau Pantel schreibt aktuell dazu ihrem Beitrag: „Die entscheidende Debatte lautet daher nicht, ob Minderheiten geschützt werden sollen, darüber besteht politischer Konsens. Die eigentliche Frage ist, wie dieser Schutz im Grundgesetz so formuliert wird, dass er wirksam, klar und zukunftssicher ist. Es muss klar benannt werden, was und wen der Staat schützt. Zugleich müssen die Begrifflichkeiten so eindeutig sein, dass sie nicht so weit interpretierbar sind, dass zum Beispiel Gewalt, Missbrauch oder strafbare Handlungen darunter fallen könnten.Der Begriff „sexuelle Identität“ verwischt solche Grenzen, schafft rechtliche Nebelzonen und lädt zu Deutungen ein, die in einer Verfassung nichts verloren haben. Wer diesen Unterschied ignoriert, trifft keine sprachliche Kleinigkeit, sondern eine bewusste politische Grundsatzentscheidung – mit weitreichenden Folgen für Ehe, Familie, Frauenrechte und das Vertrauen in das Grundgesetz.„
Sind Karl Marx und die Kommunismusidee eine ideologische Grundlage für diese Entwicklung?

HIER gibt es einen Beitrag, der diese Frage des intellektuellen Hinterlandes dieser Entwicklung der Schwächung der Familie anfragt – wenn wir z.B. bei Marx in diesem Beitrag lesen können: „Also nachdem z.B. die irdische Familie als das Geheimnis der heiligen Familie entdeckt ist, muß nun erstere selbst theoretisch und praktisch vernichtet werden.„
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„(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“
Grundgesetz der BRD, Artikel 6
Bewertung von Familienpolitik durch Hartmut Steeb

Der langjährige Geschäftsführer der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, hat HIER einen ausführlichen Vortrag mit einer Bestandsaufnahme zur derzeitigen Familienpolitik und mit Vorschlägen zur Verbesserung der Lage von Familien zur Verfügung gestellt.
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Weitere Impulse zum Tieferdenken in diesem Thema
HIER gibt es einen historisch-philosophischen Beitrag vom Publizisten Andreas Schnebel zum Weiterdenken und Diskutieren. Er bringt einen interessanten Begriff in die Diskussion: „Verhäuslichung“. So endet sein (libertär geprägter) Aufsatz mit den Worten: „Handeln wir also danach: „Verhäuslichen wir Verantwortung, Bildung und Sorge. Schaffen wir Heiligtümer des Lebens und werden wir wieder Souverän im eigenen Haus. Denn nur wer im Kleinen frei ist, kann es im Großen bleiben.“
(Zwei Bilder oben: Shutterstock)
