Von Ostern her denken: Mutig voran – ohne Illusion!

Ein Beitrag von Thomas Köhler, Wiesa

15 Als sie mit dem Essen fertig waren, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber als all die anderen hier?« Er antwortete: »Ja, Herr! Du weißt doch, dass ich dein Freund bin!« Jesus sagte: »Dann übernimm die Verantwortung für meine kleinen Schafe!«
16 Dann fragte er noch einmal: »Simon, Sohn von Johannes, hast du mich lieb?« Der antwortete: »Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dein Freund bin!« Da sagte Jesus: »Dann sorge dafür, dass meine Schafe Nahrung finden!«
17 Zum dritten Mal fragte er ihn: »Simon, des Johannes Sohn, bist du mein Freund?« Da wurde Petrus ganz traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal nach seiner Freundschaft fragte, und sagte zu ihm: »Herr, alles liegt doch offen vor dir! Du weißt doch, dass ich dein Freund bin!« Da sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Schafe!

Die Bibel in der Übersetzung „Das Buch“ – Johannes 21

Passionszeit, Ostern. Johannesevangelium:
Was haben nur die Jünger für eine Sicht der Dinge:
* zwischen der „Hoffnung auf den Himmel auf Erden“, * zwischen Königsherrschaft und Sitzplatzgerangel am Thron  
* zwischen Euphorie und Trostlosigkeit,
* zwischen Aufbruchstimmung und Traurigkeit
* zwischen Jesu tröstenden Worten und Verständnislosigkeit
* zwischen Verrat aus den eigenen Reihen, persönlichem Versagen und Selbstüberschätzung. Wie viele falsche Illusionen hatten doch die engsten Vertrauten Jesu!

Karfreitag sind erst mal alle selbst erdachten Zukunftsillusionen dahin.

Der Weg als Jünger ist auch in unserer jetzigen Zeit nicht einfacher:
Wir hoffen und beten, wir geben uns Mühe, wir versuchen Jesu Weg und Weisung zu verstehen
– aber dennoch gehen unsere Hoffnungen oft nicht auf.
Wir wünschen uns Gottes Eingreifen in Kraft und Gebetserhörung, aber müssen oft feststellen, dass vieles nicht geschieht.
Wir versuchen, uns eine rosige Zukunft zu malen und zu denken, aber dabei haben wir schon gelernt nur halbe Zuversicht zu haben und glauben selbst nur oft nur halb daran.  Ist das normal?

Jesus weiß um unser Versagen und unsere Illusionen. Und wie damals nimmt er einzelne Jünger beiseite und tröstet sie und ermahnt sie, er ruft zur Umkehr und ruft zum Dienen. Er macht keine falschen Versprechen, sondern redet vom Preis der Nachfolge.
Er mutet uns zu, genau so wie er von Menschen enttäuscht zu sein – denn „ein Knecht ist nicht größer als sein Herr“. Wir versuchen, es Jesus gleich zu tun und uns um unseren Nächsten zu kümmern. Und dabei müssen wir manchmal erleben und damit leben, dass unsere Gedanken oft nicht Gottes Gedanken sind.

Aber – wir haben in unsere jetzigen Zeit ein großes Vorrecht:
Wir können von Ostern her denken. Wir wissen, dass Jesus der Sieger ist.
Enttäuschungen durch Menschen und Gesellschaft und uns selbst sind nicht das Ende – Ostern ist geworden!
Nicht die verbitterte Enttäuschung soll an unseren Gesichtern gesehen werden – sondern wir sind Kinder des Siegers – Halleluja! 

Krokusse, die das Alte durchbrechen: Gesichter der Hoffnung!

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Ein Beitrag von Thomas Köhler, Wiesa 15 Als sie mit dem Essen fertig waren, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes,

„Beten und lieben lernen ist dasselbe, weil es eine Öffnung zum anderen ist. Eine Öffnung zum Schenken und Beschenktwerden.Beten ist wie Liebe.

Genauso ist mein Wort: Es bleibt nicht ohne Wirkung, sondern erreicht, was ich will, und führt das aus, was ich ihm aufgetragen

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