Unser Gemeinschaftsbund hat seit kurzem dieses „Mutig voran…“ als Motto , wofür wir als Bund stehen. Wenn die Frage auftaucht: „Gemeinschaftsbund – was ist denn das?! – Dann können wir antworten: Wir sind Leute, die im Glauben mutig vorangehen wollen, um Werte zu vertreten, die für das Wachstum im Glauben begeistern und die das Weitergeben unserer Besten Botschaft nach vorne bringen.
Gibt es für dieses mutige Vorangehen Vorbilder? – Klar! Ganz aktuell begegnet uns Maria immer wieder in der Advents- und Weihnachtszeit, die sich vor dem Glaubensprojekt „Retter der Menschheit zur Welt bringen“ nicht gedrückt hat.
Werfen wir einen Blick in die Bibel, dann kann uns die folgende Stelle Auskunft darüber geben, dass mindestens vier Einzelheiten von Lukas auch uns heute helfen können, Glaubensprojekte anzugehen.

Was können solche Projekte sein? – Vielleicht spricht ein „Engel“, ein Mensch zu mir oder Gott in meinem Herzen: Diese Person möchte ich Dir ans Herz legen. Magst Du Dich um sie kümmern? Vielleicht um einen alten Arbeitskollegen, der jetzt ganz allein mit dem Rollstuhl in seiner Wohnung lebt? Vielleicht gibt es aber auch Herausforderungen in der Familie, die nach festem Glauben rufen – oder ein Projekt, das Gott Dir aufgetragen hat und das auf Dich wirkt wie „Eine Nummer zu groß“. Ganz gleich, in welcher Situation: Auch bei einer Diagnose für uns selbst beim Arzt brauchen wir den Glauben, dass „bei Gott kein Ding unmöglich“ ist, uns dabei durchzuhelfen.
Und nun zum Bibeltext:
26 Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria …
Aus Lukas 1
34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß? 35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. 36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger … von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei.
37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“
1. Treibstoff für mein Glaubensprojekt: Persönliche Ansprache Gottes
Es fällt auf, dass Lukas bemüht ist, Details von der Ansprache des Engels zu bringen. Es wird klar, dass er uns persönlich ansprechen will und nicht als Teil der Masse, wenn er uns durch eine Herausforderung gehen läßt: Ort, Zeit, Name sind in V26 konkret genannt: Gott spricht individuell zu uns: Mit Adresse, Namen und zur richtigen Zeit. Das macht Mut, denn es zeigt. Seine Pläne für uns sind maßgeschneidert!
Nebenbei : Es war damals ungewöhnlich, überhaupt eine Frau anzusprechen. Von Rabbi Schemuel ist aus der damaligen Zeit überliefert: „Man entbietet einer Frau überhaupt keinen Gruß“ Hier zeigt sich also Gottes Reden auch an Menschen, die es (gesellschaftlich) und für sich selbst nicht erwarten! Maria ist würdig, zu 100%. > > Wie steht es um Deine „Selbstwürdigkeit“? Kannst Du Ja sagen zu der Tatsache, dass er Dich als kleines Rädchen (dem vielleicht auch die eine oder andere Zacke fehlt) Seines Reiches persönlich anspricht, beruft, im Leben weiter entwickelt?
2. Treibstoff für mein Glaubensprojekt: Gottes dreifaches Reden
Zu Maria hat Gott erstens direkt in ihre Lebenssituation gesprochen – zu solch aktuellen Worten wie durch den Engel Gottes sagt man im Griechischen „Rhema“ . Aber auch zweitens der „Logos“, das geschriebene und festgelegte Wort aus der Bibel spielt eine Rolle im Text: Wenn man Verse 36 und 37 mit 1. Mose 18 vergleicht, dann spüren wir heraus, dass Maria durch das in der Thora Geschriebene offenbar stark ermutigt war, auf dem richtigen Weg zu sein: „14 Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben.“
Zudem können wir beobachten, dass in der wörtlichen Übersetzung von V.37 steht: „Es geschehe nach Deinem Wort“. Für die Menschen damals war klar, dass das Wort Gottes schöpferisch war und Leben hervorbringen konnte! Was für ein Trost wird das für Maria gewesen sein: „Auch wenn ich von keinem Mann weiß – Gott kann durch sein Wort ja Neues schaffen“! Im Sinne von Gottes aktiver Schöpferkraft ist es auch wichtig, dass wir im Glaubensbekenntnis sagen: „Geboren von der Jungfrau Maria“.
Ein drittes, seelsorgerlich starkes Reden, finden wir in Vers 36: Gott redet durch Ereignisse aus dem Umfeld von Maria und macht ihr damit Glaubensmut. Wie wertvoll sind in dieser Beziehung Zeugnisse in unseren Gottesdiensten, wo Menschen andere mit dem ermutigen, wo sie Gott tatsächlich erlebt haben!
3. Treibstoff für mein Glaubensprojekt: Die Kraft göttlichen Geistes

„Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“ lesen wir. Es ist der Geist Gottes, der uns bei unseren Projekten den nötigen Rückenwind zum Glauben gibt. Gottes Kraft durch Seinen Geist ist so präsent, dass es sogar ein leiser Schatten Seiner Gegenwart sein kann, der uns die nötige Powerration für den Moment gibt. Sein Geist will uns immer wieder animieren, in jeder Lebenslage zu sagen: „Ja, Vater“ (Mt11,26). Du bist in meinem Leben an Bord und wirst mich real mit der Kraft Deines Geistes weiterbringen! Der Heilige Geist kann das Wunder tun, was ich nicht für möglich halte. Bei Maria war das erst recht so, denn: Ein werdendes ewiges Königtum kann nicht das Werk eines Menschen sein!
4. Treibstoff für mein Glaubensprojekt: Meine Demut
„Siehe, ich bin doch Mitarbeiter Gottes“ – so würde ich den letzten Satz im Text für mich übertragen. Ich möchte mich ihm und seinen Plänen unterordnen – und ihm zugestehen, dass Er Wege meines Lebens versteht, die ich nocht nicht verstehen kann. Schließlich ist mein Denkvermögen nicht das Nonplusultra (wäre auch schlimm), sondern ich ordne mich ihm als meinem „Leiter“ unter – und damit Seiner Weisheit, die höher ist als aller menschlicher Verstand, so wies auch Phil 4,7 vom Frieden Gottes beschreibt. Ich möchte im Leben weitergehen mit diesem DU, das Maria hier anspricht und sagen können: “ ich bin doch Dein Mitarbeiter – mit Dir zusammen wird das was,w enn Du mich an diese Stelle geführt hast!“
Das Ergebnis von Marias JA zum wirksamsten Glaubensprojekt seit reichlich 2000 Jahren wirkt noch heute in unserem Leben, wenn wir etwa im Lobpreis singen: „Ich danke dir, Jesus, dass es deine Güte war, die den Preis bezahlte und mich errettet hat.“
Und ich darf mit ihm zusammen und seinem genialen Geist meine kleinen, aber eben auch solche Glaubensprojekte angehen, wie wir es in der Weihnachtsgeschichte lesen! Wie gut, dass wir das jedes Jahr feiern und so regelmäßig an die Möglichkeiten im Glauben erinnert werden!
Pastor Steffen Klug / Bibeltext: Deutsche Bibelgesellschaft / Bilder 1+2: Shutterstock.com
