Gemeinde Cranzahl: Einladend aktiv

100 Jahre alt – und gleichzeitig jung & lebendig

EmK Friedenskirche in Cranzahl feiert(e) dieses Jahr 100 Jahre Kirche & 100 Jahre Christ-Metten

Bereits vor ein paar Wochen Mitte November war die Cranzahler Kirche erstmals in diesem Winter in eine weiße Hülle von Schnee gekleidet – wie ein weißes Festgewand passend zum 100. Geburtstag der Kirche und zum 100. Mettenjubiläum. Dies ist kein ungewohntes Bild zur Advents-, Weihnachts- und Winterzeit, denn schließlich liegt die Gemeinde im oberen Erzgebirge unweit des Fichtelberges: Dass aber dieses Weihnachten 100 Jahre Metten gefeiert werden darf, ist doch eine kleine Besonderheit – aber dazu ganz am Schluss mehr.

Wer hineinkommt in die Kirche, dem fällt auf, dass es drinnen es eher nicht nach hundert Jahren aussieht: Es grüßt ein heller Eingangsbereich, wo immer wieder Kinder- und Jugendstimmen erklingen; zudem ein großer lichtdurchfluteter Glas-Anbau („Wintergarten“), der vor knapp 25 Jahren errichtet wurde, und gegenüber eine Küche, in der es z.T. mehrfach in der Woche nach Kaffee oder Essen duftet. Und der Kirchsaal mit flexibler Bestuhlung & Lichttechnik kann recht schnell umgebaut werden, wenn wöchentlich Lobpreis- oder Jugendabende stattfinden oder für besondere Gemeinde­veranstaltungen auch mal eine kreative Sitzordnung oder gar eine Wohnzimmeratmosphäre benötigt werden.

Lebendig und bisweilen lebhaft geht es in den Gemeinderäumen zu. Und wenig erinnert daran, dass das Bauvorhaben damals vor 100 Jahren in den Plänen eigentlich als „provisorische Versammlungshalle deklariert“ wurde – und in Zeiten der Wirtschaftskrise vorerst in einfacher Bauweise errichtet wurde. Doch selbst dafür mussten damals einige Hindernisse überwunden werden: So wurden die Skizzen und Pläne des Baukomitees vom Rathaus abschlägig beschieden „wegen Schändung des Ortsbildes“. Aber weil man nicht klagen wollte, wiederholte das Baukomitee den Antrag einfach. Diesmal ging der Antrag durch – und am 31. Mai 1925 konnte Einweihung gefeiert werden.

Und hundert Jahre später ist dieser einst als Provisorium angedachte Kirchen-Bau fast jeden Tag mit Leben gefüllt:
Montag treffen sich 14tägig in den Herbst- und Wintermonaten die Frauen zum Handarbeitskreis mit geistlichem Impuls & gemeinsamen Kaffeetrinken. Dabei kommen auch regelmäßig Frauen aus dem Dorf und darüber hinaus, für die dies der einzige Kontakt in eine Gemeinde ist.  
Dienstagabend ist im Wechsel Jugendabend oder Lobpreisabend – beides mit gemeinsamen Essen oder Mitbring-Buffet: Während sich beim Lobpreisabend alle Generation von jung bis älter treffen, ist der Jugendabend mittlerweile Treffpunkt für ca. 50 Jugendliche, wobei sie gern ihre Freunde aus der Schule oder dem Bekanntenkreis mitbringen.
Und am Mittwoch stehen vom Vormittag an die Türen für viele Kinder offen: Vom Mutti-Kind-Kreis am Vormittag, über Mittagessen & Hausaufgaben-Hilfe & kreative Angebote für die Schulkinder der Gemeinde und Kinder aus der Nachbarschaft bis hin zu den drei Gruppen des Kirchlichen Unterrichts (KU). Und erst zum Spätnachmittag und Abend hin wird es mit dem Allianz-/Israel-Gebetskreis und beim Chor wieder etwas „ruhiger“ in der Kirche.
Auch sonst wechseln sich in der Gemeinde verschiedene Gruppen ab:  drei verschiedene Bands, monatliche Frauenabende und Männerabende auf Allianzebene, regelmäßige Gebets- und Hauskreise, bis hin zum Jugendhauskreis am Samstag: Viel Raum und Möglichkeiten, wo der Glaube an Jesus Christus mitten im Alltag gelebt und dazu eingeladen wird.

Gemeindebild von 2023

Dieses Jahr zum 100. Geburtstag fanden zudem fast jeden Monat Zusatzveranstaltungen statt – wie z.B. eine Gemeindefreizeit in den eigenen Kirchenräumen, Ortspaziergang & Wanderung auf den Spuren des Methodismus vor 100 Jahren, oder ein Evangelisations-Konzert mit Lutz Scheuffler und ein Musical des Kinder zur Geschichte des verlorenen Sohnes.

Einladend für die Region: Jugendtag ERZ


Im diesem Rahmen des 100. Geburtstags gab es Ende September auch ein geistliches Ermutigungswochenende, wofür sich vom Gemeinschaftsbund Andreas Kraft mit einem kleinen Team von Hamburg-Harburg auf dem Weg nach Cranzahl machte: Neun Veranstaltungen in reichlich drei Tagen (von Donnerstagabend bis Sonntagmittag) zum Thema „Heiliger Geist“ und den Gaben des Geistes. Und auch hier luden wieder offene Türen ein: So kamen Gäste aus den anderen beiden Gemeinden des Bezirkes, der evangelischen Allianz und einige Geschwister aus anderen GB-Gemeinden des Erzgebirges. Wir durften Aspekte der Geistesgaben vertiefen, miteinander geistlich wachsen und gesegnet werden, gemeinsam feiern und Gott loben und preisen, und uns weiter füllen lassen von Gottes Wort und vom Heiligen Geist.

Doch momentan kommen größere Veränderungen auf unsere Gemeinde und unseren Gemeindebezirk zu: Trotz des aktiven Gemeindelebens und vieler Kinder und Teens werden Mitte nächsten Jahres die zwei hauptamtlichen Stellen für den Bezirk (mit insgesamt drei Gemeinden) auf eine Stelle gekürzt. Das bringt viel Veränderung mit sich. Zudem befindet sich gleichzeitig die Jugend in einem Generations- und Verantwortungswechsel, d.h. die jetzt 16- bis 20jährigen werden die Leitung übernehmen. Es braucht Gottes Leitung & Ermutigung für alle Veränderungen und seine Liebe für alles Miteinander in dieser Zeit. Da sind wir dankbar für Gebetsunterstützung.

Nun ist aber erst einmal Advents- und dann Weihnachtszeit – die Zeit, wo Ruhe & Besinnlichkeit hier im Erzgebirge einkehrt, die Zeit, wo Jesu Licht sich ganz beschaulich durch Lichter, Schwibbögen oder Sterne in jedem Fenster wiederspiegelt – bis Lichtmess am 02. Februar. Ganz still wird es aber auch jetzt nicht in der Cranzahler EmK-Gemeinde: Denn neben den vielen Kindern, die weiterhin ein- und ausgehen, laufen noch verschiedene Vorbereitungen für Weihnachten.


Und dann wartet ja noch das 100. Metten-Jubiläum. Denn mit dem Bau des Kirchgebäudes vor 100 Jahren war nun deutlich mehr Platz als vorher, und so kam man im Einweihungsjahr unserer Kirche auf den Gedanken, die Geburt des Heilandes auch bei uns szenisch darzustellen – als Mette wie in vielen lutherischen Gemeinden bereits üblich, also am frühen Morgen des 25. Dezember. (Das Wort „Mette“ kommt vom lateinischen „matutinus“, das sich mit „morgendlich“ übersetzen lässt.) Diese wurde damals von jungen Erwachsenen eingeübt und aufgeführt. Man kann daher 1925 als Geburtsstunde der methodistischen „Metten“ in Cranzahl bezeichnen. In den 1970er Jahren wurde das Mettenspiel auf Grund der Besucherzahlen vom ersten Weihnachtsfeiertag früh auf den zweiten Weihnachtsfeiertag nachmittags verlegt. Dadurch war der Kirchsaal immer bis zum letzten Platz gefüllt. 180 Zuschauer waren und sind bis heute keine Seltenheit. In den letzten 100 Jahren standen Spiele der verschiedensten Art auf dem Programm, mal modern, mal althergebracht, und immer wieder mal aus verschiedenen „Blickrichtungen“. Doch der Blick auf das Kind im Stall und seine liebevolle und einzigartige Botschaft sind immer gleich geblieben – wie schon vor 100 Jahren:

„Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. (Einheitsübersetzung, Philipper 2)

Pastorin Diana Wolff

HIER geht es zum Gemeindebrief der Gemeinde im Internet.

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