Make God great again – Geistliche Impulse auf der Trauerfeier für Charlie Kirk

Hes 36,23 Denn ich will meinen großen Namen, der vor den Völkern entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt, wieder heilig machen. Und die Völker sollen erfahren, dass ich der HERR bin, spricht Gott der HERR, wenn ich vor ihren Augen an euch zeige, dass ich heilig bin. … 27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. … 31 Dann werdet ihr an euren bösen Wandel denken und an euer Tun, das nicht gut war, und werdet euch selbst zuwider sein um eurer Sünde und eurer Gräuel willen. 32 Nicht um euretwillen tue ich das, spricht Gott der HERR, das sollt ihr wissen …
Dieser Text fand sich jüngst in der Herrnhuter Losung . Er handelt davon, dass Gott seinen Namen wieder groß machen möchte. Kann die Trauerfeier in Arizona dazu beitragen, dass „Gottes Name wieder groß gemacht“ wird in unserer Zeit? Und dass das nicht nur in Amerika?

Blick des Glaubens auf die Trauerrede

Immer wieder in der Geschichte des Alten Testaments, aber auch in der Neuzeit, hat Gott Erweckung geschenkt, so wie es auch bei Hesekiel dem Volk in der Verbannung zugesagt ist. Immer wieder zeigt er dadurch Seine Größe und seinen „großen Namen“, der immer wieder auf der Erde periodisch und im großen Stil „entheiligt“ ist.

Vielleicht sind die Ereignisse der letzten beiden Wochen, die mit der Ermordung von Charlie Kirk am 10.September 2025 begannen, ein solches Eingreifen Gottes in die moderne Welt, um seinen Namen wieder „heilig zu machen“ – zumindest bei den Menschen, die diese Ereignisse interessiert und ohne ideologische Vorurteile verfolgen.

Die Rede seiner Frau Erika, einer bekannten Influencerin, bei seiner Trauerfeier vor mindestens 70.000 präsenten Zuhörern, lässt an mehreren Stellen den Eindruck entstehen, dass Gott an dieser Stelle deutlich spricht. Einige Worte aus ihrer Rede am 21.9. möchte ich hier mit Ihnen teilen:

1. Gottes Autorität

„Und worüber er an diesem Tag sprach, war seine Unterwerfung unter den Willen Gottes. Er zitierte einen seiner Lieblingsverse aus der Bibel, Jesaja 6:8. Hier bin ich, Herr. Sende mich.“ – Der Ausdruck „Unterwerfung“ ist alles andere als populär, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass es fast immer Schaden bringt, sich Menschen zu unterwerfen. Hier aber geht es um den Gehorsam gegenüber Gott. Ich sehe diesen Satz als eine Ansprache von Ihm in unsere Zeit hinein: „Macht mich wieder zu dem, der Euer leben lenken darf! Lernt neu Demut!“

Dass dieses Loslassen des eigenen Lebens zugunsten der Sendung Gottes bis in den Tod führen würde, ist ein Alptraum. Aber Erika Kirk hatte die Kraft, dies hier vor vielen Menschen so auszusprechen und zu vertiefen: „Mehr als alles andere wollte Charlie nicht seinen Willen, sondern Gottes Willen tun.“ Diese Entscheidung kann dieselben Konsequenzen wie bei Christus haben, der mit seinem „Hier bin ich“ die Sendung und den Tod auf der Erde auf sich nahm.

2. Gottes Friedenswille

„Nach der Ermordung von Charlie haben wir keine Gewalt gesehen. Wir haben keine Unruhen gesehen. Wir haben keine Revolution gesehen. Stattdessen haben wir gesehen, wofür mein Mann immer gebetet hat, dass er es in diesem Land sehen würde. Wir haben eine Erweckung gesehen. In der vergangenen Woche haben wir Menschen gesehen, die zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt eine Bibel aufgeschlagen haben. Wir haben Menschen gesehen, die zum ersten Mal seit ihrer Kindheit gebetet haben.“

Für mich ist Charlie Kirk kein „rechtsradikaler Rassist“ (Wort zum Sonntag (!) am 20.9.25), sondern ein Mann, der konsequent den Bau des Reiches Gottes im Blick hatte. Er „warb für Dialog“ – wenn er sicher auch seine (politischen) „Schlagseiten“ hatte und mit einer kräftigen Sprache „in der Sache“ unterwegs war. Dass er Hass gesät hatte, kann ich nicht sehen, sondern er hat nach meiner Kenntnis versucht, mit dem Werkzeug seiner Worte Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen und für seine Herzensangelegenheit zu werben. Ohne Gewalt in Werken und Worten. Dies ist übrigens auch die DNA unseres Gemeinschaftsbundes: Dialog statt „Dissen“ des anderen.

Diesem Mann, diesem jungen Mann, vergebe ich. Ich vergebe ihm, weil es das war, was Christus getan hat und was Charlie tun würde. Die Antwort auf Hass ist nicht Hass. Die Antwort, die wir aus dem Evangelium kennen, ist Liebe und immer Liebe. Liebe zu unseren Feinden und Liebe zu denen, die uns verfolgen.

Erika Kirk

Durch das gewaltlose Auftreten Kirks und auch seiner Anhänger weht die Friedensbotschaft von Christus herein.
Die Aufrufe Jesu in der Bergpredigt, seine Feinde nicht zu hassen, sondern zu segnen, werden hier Realität – 2000 Jahre nach seinem Leben auf der Erde. Vielleicht ist es gerade diese Haltung, die Menschen zum Nachdenken und vielleicht auch zum Umdenken und zur Umkehr zu diesem Christus bringt. Vielleicht wird wirklich eine neue Erweckungsbewegung daraus – aber auf alle Fälle erinnert das Geschehen an den Ausspruch Tertullians im 2.Jahrhundert: „Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.“ Vielleicht können wir nun in der kommenden Zeit geistliche Aufbrüche wahrnehmen. Und vielleicht helfen uns die Ereignisse auch zur Bereitschaft, selbst mutige Zeugen zu werden.

3. Gottes Familienidee

„Das wichtigste Anliegen in Charlies Leben war es, die amerikanische Familie wiederzubeleben. Wenn er mit jungen Menschen sprach, erzählte er ihnen immer begeistert von Gottes Vision für die Ehe.“

Erika Kirk wertet das Thema „Familie“ als das „wichtigste Anliegen.“ Kann es sein, dass gerade dieses Thema, die Gegner und den Attentäter auch besonders in Wallung brachte? Weil gerade dieses ethische Feld so existentiell für unser persönliches Leben und die Gesellschaft ist?

„Bitte lass mich wissen, wie ich dir als Ehemann besser dienen kann“

Charlie Kirk


Recht ausführlich die Botschaft von Charlie für Männer: „Nehmt Charlies Herausforderung an und lebt echte Männlichkeit. Seid stark und mutig für eure Familien. Liebt eure Frauen und führt sie.“ Wie so ein „Führungsanspruch“ nach dem Neuen Testament in der heutigen Zeit aussehen könnte – das wäre sicher ein gutes Thema für einen Gesprächskreis – Erika Kirks Worte könnten hier eine Grundlage bieten, neu darüber zu sprechen. Den Frauen ruft sie zu: Seid „Beschützerinnen, Ermutigerinnen, Bewahrerinnen“. Auch über diese Rollenzuweisung lässt sich gut diskutieren – und manche Frucht wird aus solchen geistlichen Debatten erwachsen.   

4. Gottes Wunsch, mit seinen Kindern zu kommunizieren

„Entscheidet euch für das Gebet. Entscheidet euch für Mut. Entscheidet euch für Schönheit. Entscheidet euch für Abenteuer. Entscheidet euch für die Familie. Entscheidet euch für ein Leben im Glauben. Und vor allem: Entscheidet euch für Christus.“  

Mich berührt das Gewicht des Gebets in dieser Rede. Konkret wird das auch, wenn Erika Kirk sagt: „Jeden Tag, wenn Charlie ins Büro kam, ging er seine Kontaktliste durch – und ich weiß, dass viele von euch davon geprägt wurden – er ging seine Kontaktliste durch und sandte Bibelverse für den Tag. Er wusste, dass Glaube eine Gewohnheit ist. Je mehr man ihn lebt, desto mehr wächst er.“

Mich berührt auch das häufig gebrauchte Wort „Entscheidung“. Als einzige Lebewesen hat Gott uns mit einem freien Willen geschaffen – und auf diesem Spielfeld müssen und dürfen wir immer wieder Entscheidungen fällen. Wenn ich das tue, gestalte ich nicht nur mein Leben in der konkreten Situation, sondern meine Entscheidungen prägen langfristig mein Leben und meine Seele:

  
Jedes Mal, wenn du eine Entscheidung triffst, hinterlässt dies Spuren in deiner Seele. Charlie Kirk

Charlie Kirk

Ich wünsche uns, dass wir immer wieder neu die Kraft für die Entscheidung zu einem Leben haben, wie Christus es uns vorgelebt und gelehrt hat – und uns dabei von der Furchtlosigkeit von Personen der Vergangenheit – und der Gegenwart! – anstecken lassen! Damit wird letztendlich, und jetzt sind wir wieder beim Eingangswort von Hesekiel, der Name Gottes auf der Erde erneut groß gemacht!

Die Zitate der Rede von Erika Kirk stammen aus der deutschen Übersetzung von „Demo für alle“. Dort ist die gesamte Rede zu finden.  
Nachwort: „Unser Wissen ist Stückwerk“ (1.Kor 13) – das gilt auch für mein Wissen um Charlie Kirk und seine Lebensverhältnisse jenseits des Atlantiks. Wenn jemand seinen Wissensbaustein beibringen möchte, kann sie/er das gerne in der Kommentarfunktion tun. In meinem Beitrag kann und und will ich nicht seine Persönlichkeit referieren, sondern die Impulse lebendigen Glaubens aus der Trauerfeier und dem Anlass dazu teilen.
Pastor Steffen Klug

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