Überall auf der Welt und zu jeder Zeit entstehen neue Lieder für Gott. Es ist das Bedürfnis, Worte zu finden, um auf Seine Liebe und Größe zu antworten. Solche Impulse für unsere eigene Liebessprache entstehen auch in einem Winkel in Sachsen – und im Internet. Dort sind einige im Kanal „Windsis Worship“ zu finden.
Dahinter steckt die dynamische Geschichte, die Gott mit Isabel und Danilo Windsheimer aus Meinersdorf geschrieben hat. Wer in diese Musik eintaucht, spürt dort Herzen, die eng mit Gott verbunden sind – und Bilder, die Texte & Töne bewegend untermalen.
Wer sind die „Windsis“? – Ein Interview kann Aufschluss geben. Mögen Sie sich vor dem Lesen noch einen Moment der Stille gönnen und mit ihnen den Psalm 36 beten?
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Das Interview vom Sommer 2025
Ihr seid im Internet und zu Gottesdiensten als „Windsis Worship“ unterwegs. Wie ist es dazu gekommen?
Danilo: Ich kannte in der Jugend Gott überhaupt nicht, hatte aber immer schon ein Faible für Musik. Vom Erlernen von Trompete über Keyboard bis zur Leitung einer Band, die auf Festen gespielt hat reichte diese Leidenschaft. Bei mir war die Musik im Blut! Ich habe für diese Band auch eigene Lieder geschrieben. Ich bin in Chemnitz aufgewachsen, wo das Christentum keine starke Verbreitung hat. Aber immer schon hatte mich irgendwie das Übernatürliche interessiert. – Ja, und den wahren Gott habe ich dann in der EmK-Gemeinde Burkhardtsdorf erleben können – die dort erfahrene Gemeinschaft von Christen hat mich fasziniert. Immer mehr habe ich die Liebe Gottes in meinem Herzen spüren können.
Immer mehr habe ich die Liebe Gottes in meinem Herzen spüren können.
Isabel: Auch bei mir war die Musik im Leben sehr früh präsent. Aber mich hat neben dem Schulchor schon früh meine Kirche geprägt: EmK-Chor „Schmetterlinge“ und die Ausbildung zur Predigthelferin. Dieser Dienst war eine gute Gelegenheit, Gottesdienste in vielen Gemeinden auch musikalisch zu gestalten. Zur Predigt passend haben wir Lieder eingeflochten und auch geschrieben.
Dann entwickelte sich das alles weiter: Dienste in der Lutherischen Kirche, Alphakurse, Corona-Gottesdienste. Dazu wurden Musikvideos gebraucht. Die wollten wir aber nicht auf dem Sofa aufnehmen, sondern in Natur. Das erste davon ist HIER zu sehen. Dann kam die Bitte, die Videos doch zum Nachhören ins Netz zu stellen – so entwickelte sich die Internetpräsenz. Total gefreut hat uns: Auch Leute, die nicht glauben, waren begeistert. Sie fragen schon: Wann macht Ihr Euer neues Lied? Durch diese Website folgten dann auch Auftritte in ganz Deutschland.
Wenn ich Euch beobachte: Ihr seid ein Ehepaar, das sehr viel Zeit investiert, um durch Anbetungsmusik andere zum Gebet anzustiften.
Was treibt Euch an, mit so viel „Geduld und Spucke“ diesen Dienst zu tun?
Die Liebe Gottes, die wir selber in der Anbetung spüren können, treibt uns an.
Die Liebe Gottes, die wir selber in der Anbetung spüren können, treibt uns an. Beispiel von einem Nachmittag unter der Woche: Wir beginnen als Familie einfach miteinander mal kurz ein Lied zu üben – vielleicht nur mit einem Instrument – und dann kommt immer mehr dazu und wir können manchmal gar nicht aufhören, weil wir die Liebe Gottes so intensiv spüren.

Was treibt uns an? – Wir sehen es gar nicht als „Dienst“, sondern als Privileg.
Wir spüren, dass Gott eine Salbung auf unseren Dienst gelegt hat.
Diese Erfahrung und die Feedbacks von Menschen,
die ihr Herz für die Liebe Gottes durch die Musik geöffnet haben,
gibt uns viel Motivation.
Erstaunlich ist, dass Eure Kinder auch Teil Eures Teams sind …
Ja, Noelle (18 Jahre) textet und interpretiert selbst. Für das Musical, das zu Ostern 2025 mit 60 Mitwirkenden aufgeführt wurde, hat sie den Text beigesteuert. Kostprobe: Im Lied „Jesus, Deine Herrlichkeit“ gibt Noelle ihre Herzenssprache weiter. Und Joshua (15 Jahre) ist technisch stark am Wirken. Da ist zum Beispiel die Welt der Drohnenaufnahmen, wie sie auch im eben erschienenen Video „Du bist“ zu sehen sind.

Wie lässt sich dieser Dienst mit Eurem Hauptberuf vereinbaren?
Danilo: Ich habe 25 Jahre im Metallhandwerk gearbeitet. Aber Gott hat dann deutlich gewirkt in meinem Leben. Ein Kirchgemeindeverbund schrieb eine Stelle für „Populare Kirchenmusik“ im Amtsblatt aus. Wie durch ein Wunder habe ich diese halbe Stelle für neun Gemeinden bekommen und konnte dann meine Ausbildung zum C-Kantor durchlaufen und erfolgreich abschließen. Gottesdienste, Chorprojekte, Musicals – und das im Team mit vielen anderen Musikfreunden – darf ich nun gestalten. Ansonsten arbeite ich in der Betreuung älterer Menschen.
Isabel: Ich bin Intensivschwester und kann mir zum Glück die Zeit so einteilen, dass wir musikalisch viel zusammen unternehmen können. So können wir Danilos Diensten oft als Familie gemeinsam anpacken. Wunderschön!
Eure Videos zeigen, dass Euch eine tiefe, anbetende Liebesbeziehung zu Gott Herzenssache ist. Welche „Sprache der Liebe“ Gottes ist es, die Euer Inneres besonders anspricht?
Das ist bei uns beiden die Zeit der eigenen Anbetung. Währenddessen berührt uns Gott. Er hat es geschenkt, dass daraus auch etliche unserer eigenen Lieder entspringen konnten.
Danilo: Und dann ist da noch die Schöpfung: Was da alles passiert an präzisen Abläufen draußen in der Natur – der Designer, der sich Gedanken gemacht hat, macht mein Herz warm!
Isabel: Für mich ist der zweite Ort, wo Gott mich mit seiner Nähe berührt, die Stille. Die Zweisamkeit mit Gott. Daraus entstehen manchmal auch Lieder.
Ich erinnere mich noch gut an Euren Dienst bei einem unserer GB-Kongresse in Braunfels. Ihr habt keine Mühe gescheut, um Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Welche Rolle spielt für Euch die Gemeinschaft mit anderen Christen?
Geschwister haben uns immer wieder ermutigt.
Diese Gemeinschaft ist für uns schon immer wichtig. Deshalb absolvierten wir beide auch Jüngerschaftsschule, um nicht alleine am Wachstum unseres Glaubens zu arbeiten, sondern eben in Gemeinschaft. Deshalb tun uns auch Konferenzen gut – auch ganz ohne eigene Dienste.
Standbein ist unsere EmK-Gemeinde. Wir freuen uns, wenn wir da sein können. Aber auch andere Gemeinden in der Umgebung zählen berufsbedingt zu unseren Tankstellen. Die Geschwister in unserer Gemeinde haben uns immer wieder ermutigt, mit Selbstvertrauen voranzugehen. Wir stehen eigentlich nicht gerne auf der Bühne, sondern im Hintergrund. Aber die Leute haben uns Mut gemacht, auch vorne zu stehen.
Was hat Euch vor einigen Jahren bewegt, Mitglieder des GB zu werden?
Für uns war es immer schon wichtig, die Werte der Bibel vollwertig anzunehmen. Der GB steht dafür, dass die Bibel so genommen wird, wie sie ist. Wenn die Kirche Menschen nach dem Mund redet, dann wird das Menschen nicht anziehen. Wenn sich Kirche nicht unterscheidet von der Welt, dann fehlt das wesentliche Merkmal.
Isabel: Ich lese gerade Jesaja. Dort kommt so oft vor: „Mein Wort gilt“. Das ist ein wichtiger Dienst des GB – auch für die nächste Generation.
Für uns war es immer schon wichtig, die Werte der Bibel vollwertig anzunehmen.
Was sind Eure nächsten Vorhaben und Projekte?
Wir haben viel vor und müssen schauen, dass uns nicht zu viel Zeit für anderes geraubt wird. Da ist neben dem Arrangieren und Vorbereiten für das zentrale Weihnachtsmusical des Kirchspiels in Neukirchen die Weiterarbeit an unserem Video „Du bist“ mit dem Text von Noelle. Im Netz ist schon ein Vorgeschmack des Anbetungsliedes zu sehen. [Anmerkung der Redaktion: HIER ist inzwischen auch das Offizielle Video zu sehen, das am 24.8.25 Premiere hatte.]
Oh ja, bei diesem „Du bist“ lohnt es sich reinzuhören und mitzubeten …
Was uns wichtig ist: Wir versuchen, nur die Projekte zu starten, wo wir von Gott einen Auftrag spüren. Wir sehen uns nicht vordergründig als Künstler, sondern als Menschen, bei denen Gott hat Begabungen wachsen lassen. Wir sehen uns als Teil von Gottes Gemeinschaft, in der Er durch uns das tun möge, was Er möchte. Selbst, wenn es einmal keine Musik mehr sein sollte. Gott ist für uns der Mittelpunkt, nicht unsere Präsenz.
Wir danken dem Ehepaar Isabel und Danilo Windsheimer herzlich für dieses Interview, das Pastor Steffen Klug geführt hat.
