Gemeinschaftsbund der EmK: Kein Anschluss an Global Methodist Church

Hamburg (IDEA) – Der theologisch konservative Gemeinschaftsbund in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland wird sich nicht der neuen Global Methodist Church (GMC/Globale Methodistische Kirche) anschließen. Konservativ und traditionalistisch orientierte Mitglieder und Pastoren der Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church/UMC) in den USA wollen die GMC am 1. Mai gründen.

Zum Hintergrund: Seit Jahrzehnten gibt es einen Streit über den Umgang mit Homosexuellen. In den USA haben einige UMC-Pastoren gleichgeschlechtliche Ehen gesegnet. UMC-Gemeinden heißen offen lesbisch, schwul, bi- und transsexuell lebende Christen willkommen. Konservative Kirchenmitglieder und vor allem viele Mitgliedskirchen aus Afrika lehnen das ab.

Ein weltweites Modell?

Wie dazu der Sprecher des Leitungskreises des Gemeinschaftsbundes, Pastor Andreas Kraft (Hamburg), der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, steht der Gemeinschaftsbund theologisch der GMC nahe. Er werde sich der GMC aber dennoch nicht anschließen. Das liege an der besonderen Lage in Deutschland. Im November 2020 beschloss der Kirchenvorstand der EmK ein Modell, das Befürwortern und Gegnern der Segnung homosexueller Paare und der Ordination homosexueller Theologen die Möglichkeit einräumt, miteinander in der Kirche zu bleiben. Kraft: „An diesem vereinbarten Weg wollen wir festhalten.“

Der Mitte Februar 2021 gegründete Gemeinschaftsbund will jenen EmK-Gemeindemitgliedern eine Heimat bieten, die im Verständnis von Sexualität und Ehe sowie anderen Fragen der Bibelauslegung eine konservative Position vertreten. Nach den Worten von Kraft will der Gemeinschaftsbund auf der diesjährigen Zentralkonferenz im Herbst eine erste Bilanz ziehen. Eventuell könne der deutsche Weg, trotz Meinungsunterschieden beieinander zu bleiben, auch ein Modell für die weltweite Kirche werden.

Eine Heimat für theologisch Konservative

Theologisch konservative Kirchenmitglieder in den USA wollten eigentlich auf der UMC-Generalkonferenz über die Gründung der neuen Kirche debattieren. Die Konferenz sollte ursprünglich im Mai 2020 stattfinden, war aber wegen der Corona-Pandemie bereits zweimal verschoben worden, zuletzt auf Spätsommer dieses Jahres. Am 3. März hatte die UMC eine erneute Verschiebung auf 2024 mitgeteilt.

In der Folge seien die theologisch konservativen Methodisten nicht mehr bereit gewesen, mit der Gründung der neuen Kirche bis nach der Generalkonferenz zu warten, berichtete die Internetseite „Christian Post“. Die GMC soll Gemeinden und Konferenzen, die gegen die Ehe und Ordination von Homosexuellen sind, eine geistliche Heimat bieten. Die GMC wolle aus dem UMC-Dachverband austreten, und die bestehende UMC solle der neuen Kirche 22 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Die UMC hat weltweit über zwölf Millionen Mitglieder in mehr als 32.000 Gemeinden. Die konservativen Methodisten rechnen damit, sich bis zu 5.000 Kirchengemeinden der neuen Kirche anschließen werden. Die EmK hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 49.000 Kirchenglieder und -angehörige in 432 Gemeinden.

Mit freundlicher Genehmigung von der Nachrichtenagentur idea (27.4.2022) übernommen.

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