Bericht über unsere Glaubenstage von IDEA

EmK-Gemeinschaftsbund: Wir sind nicht homosexuellenfeindlich

Braunfels (IDEA) – Der neue Gemeinschaftsbund in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist
nicht homophob (homosexuellenfeindlich). Das sagte der Sprecher des Leitungskreises, Superintendent
Stefan Kraft (Dortmund), auf den ersten Glaubenstagen der Bewegung. Sie fanden vom 29. Oktober bis 1.
November im mittelhessischen Braunfels statt. „Gott nimmt uns alle so an, wie wir sind – unabhängig von
der sexuellen Orientierung“, erläuterte Kraft in einer Podiumsdiskussion über Ziele des Bundes. Das
bedeute jedoch nicht, dass man Unterschiede in Überzeugungen nicht benennen dürfe. Das Treffen mit 200
Besuchern stand unter dem Motto „Mehr wert – mutig durch Gottes Wort“.


Heimat für Konservative
Der Mitte Februar gegründete Gemeinschaftsbund will jenen EmK-Gemeindemitgliedern eine Heimat
bieten, die im Verständnis von Sexualität und Ehe sowie anderen Fragen der Bibelauslegung eine
konservative Position vertreten. Vorausgegangen waren anderthalbjährige Beratungen eines Runden Tischs.
Dabei ging es um unterschiedliche Sichtweisen in Fragen der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der
Ordination Homosexueller. Im November 2020 beschloss der Kirchenvorstand der EmK ein Modell, das
Befürwortern und Gegnern dieser Praxis die Möglichkeit einräumt, miteinander in der Kirche zu bleiben.
Vorausgegangen war ein Beschluss der weltweiten Generalkonferenz im Frühjahr 2019 in den USA, die
Ordination praktizierender Homosexueller und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
weiterhin zu verbieten sowie weitere, verschärfende Sanktionen einzuführen. Die deutsche EmK entschied
daraufhin, den Beschluss nicht umzusetzen. Statt dessen wurde der Runde Tisch ins Leben gerufen und
gebeten, nach Lösungen zu suchen, um eine Spaltung der Freikirche zu verhindern.


Keine Spaltung der Kirche
Wie Kraft vor 200 Besuchern der Glaubenstage weiter sagte, spaltet der Bund nicht die Kirche: „Wir
brauchen einen Raum, in dem konservative Frömmigkeit gelebt werden kann.“ Er kenne kein andere
Gruppe innerhalb der EmK, „die mehr für die Einheit tut als der Gemeinschaftsbund“. Er verstehe sich
auch nicht als „Dauerdemo“ gegen die Kirche, sondern als Teil von ihr. Zugleich räumte Kraft ein, dass
man noch „kraftvoll und groß“ werden müsse: „Wir sind bisher zu schwach unterwegs. Wir brauchen die
Erneuerung in den Grundlagen des Glaubens.“ Der Bund zählt derzeit über 600 persönliche Mitglieder.
Hinzu kämen einige Gemeinden, die sich angeschlossen hätten, in denen aber nicht alle Gemeindeglieder
den Schritt mitgegangen seien.


Viele halten am klassischen Eheverständnis fest
Der zum Vorstand gehörende Pastor Andreas Hertig (Lauter/Erzgebirge) sagte, dass es es innerhalb der
EmK zahlreiche Gemeinden gebe, in denen eine Mehrheit der Gemeindeglieder am klassischen
Eheverständnis festhalte, nach dem Gott nur die Beziehung zwischen Mann und Frau segnet. Das gelte
besonders für die EmK-Gemeinden in Sachsen. Der Gemeinschaftsbund sei auch deshalb wichtig, damit
die Kirchenleitung bei der Zuweisung neuer Pastoren in eine Gemeinde darauf achten könne, „dass es
Kontinuität in der biblischen Lehre gibt“. In der EmK könne jeder gesegnet werden, der dies möchte. Doch
es sei nicht möglich, Beziehungen zu segnen, „die Gott nach seinem Wort nicht segnet“.

Zurück zu den geistlichen Wurzeln
Die zum Vorstand gehörige Laienmitarbeiterin der Kirche, Claudia Kittsteiner (Berlin), sieht in der Haltung
des Gemeinschaftsbundes zu Fragen der Sexualität nur eine Zuspitzung: „Es geht um viel mehr.“ So stelle
die moderne Theologie immer mehr biblische Aussagen in Frage, etwa die Jungfrauengeburt Jesu und
seinen stellvertretenden Sühnetod: „Wir müssen zurück zu den Wurzeln.“


Nur Liebe kann Welt und Kirche verändern

In einer Predigt zum Thema „Mut zur Zukunft“ unterstrich Stefan Kraft die Bedeutung der Liebe Gottes.
Sie sei die gewaltigste Kraft der Schöpfung und das einzige, was die Welt und Kirche ändern könne. Er
nannte es „irritierend“, wenn Christen sich ihre geistliche Erkenntnis als einzig richtig „gegenseitig über die
Rübe ziehen“. Liebe verändere Überzeugungen mehr als Streiten. Er rief dazu auf, dieser Liebe Gottes neu
zu vertrauen: „Sie löst Blockaden, heilt Herzen, schließt Wunden.“ Die meisten Tagungsteilnehmer folgten
einem Aufruf von Kraft, dies durch Aufstehen zu bekunden und für sich beten zu lassen. Wie Kraft der
Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, ist der charismatisch geprägte Arbeitskreis geistliche
Gemeindeerneuerung (AGG) innerhalb der EmK im Gemeinschaftsbund aufgegangen. Die Tagung war
ausgebucht. „Wegen der Corona-Auflagen mussten wir etlichen weiteren Interessenten absagen“, sagte der
Organisator des Treffens, Pastor Steffen Klug (Braunfels), der zum Leitungskreis gehört.

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