Buchvorstellung: Glaubensbuch „Ein festes Fundament“

„Ein festes Fundament“ – gibt konstruktiven Einblick in aktuelle Fragen, die die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland und weltweit umtreiben. Es geht um biblische Auslegungen und persönliche Berichte. Die Autorinnen und Autoren glauben mutig an eine Zukunft für Gemeinden dieser Kirche mit ihren geistlichen Wurzeln. Über diese Wurzeln spricht auch John Wesley als Gründer der methodistischen Bewegung. Er formuliert 1786 in seinen „Gedanken zum Methodismus“: „Ich fürchte nicht, dass es die Leute, die man Methodisten nennt, in Europa oder Amerika einmal nicht mehr geben könnte. Mir graut aber davor, dass sie einmal nur noch als tote Gruppe existieren könnten – äußerlich eine Glaubensgemeinschaft, doch ohne jede Kraft. Und das wird zweifellos der Fall sein, wenn sie nicht die Lehre, die Gesinnung und die Disziplin beibehalten, mit der sie begannen.“ (Kapitel 1)

Die sieben Kapitel in diesem Buch eignen sich zum persönlichen Bibelstudium und werden den eigenen Glauben an manchen Stellen hinterfragen und erfrischen. So dienen die biblischen Lektionen und dazugehörigen Zeugnisse zum geistlichen Wachstum in der Jüngerschaft. „Heiße Eisen“, die in der Kirche diskutiert werden und in denen wir uns auch in der Christenheit unterscheiden, werden in dem aktuellen Büchlein nicht umgangen, sondern mit Kenntnis und Erfahrung angepackt.

184 Seiten. Preis: Nur 10 Euro. Eigenverlag bei Blessings4you.de 2020. Lieferbar auch über Büchertische! Hier ist es im Buchkatalog zu finden.
ISBN: 978-3-949390-01-2 Dorothea Hinske sei Dank für die Übersetzung aus dem Amerikanischen.

Rezension und Inhaltsbeschreibung von Dr. Detlef Fehrer:

Der Klappentext führt in mehrfacher Hinsicht in die Irre. So kann man, auch wenn von „Evangelisch-methodistische(r) Kirche in Deutschland und weltweit“ die Rede ist, beim Lesen des Buches selbst schnell den Eindruck gewinnen, dass es vor allem um die Situation in den USA geht, und daher das Gesagte – gerade nach den aktuellen Entwicklungen in der deutschen EmK – für uns überhaupt keine Relevanz besitzt.

Ja, es stimmt, die Autoren sind bis auf ganz wenige Ausnahmen US-Amerikaner. Daran ändert auch die im Klappentext ebenfalls besonders beworbene Internationalität nichts, denn zum einen sind die Aussagen der „internationalen“ Autoren vor allem in den kurzen „Zeugnissen“ zu finden, weniger in den Hauptartikeln. Und zum anderen sind bis auf wenige Ausnahmen auch die an anderen Stellen der Welt geborenen Personen letztlich in den USA ansässig und tätig. Und, ja, die Ansichten der Schreiber sind US-amerikanisch geprägt, das versucht auch die sehr gute deutsche Übersetzung nicht zu vertuschen (es gibt hierzu sogar erklärende Hinweise in den Fußnoten). Meist habe ich geschmunzelt, wenn ich auf „typisch Amerikanisches“ gestoßen bin, an manchen Stellen habe ich mich auch richtig geärgert. Nicht immer stimme ich mit den Autoren in allen Punkten überein.

Das tut aber der Tatsache keinen Abbruch, dass die Gesamtanalyse der Situation sehr zutreffend ist. Und zwar nicht nur für die United Methodist Church in den USA, sondern auch für die deutsche EmK, eigentlich sogar für die Mehrheit der christlichen Kirchen in unserer Zeit. Aus diesem Grund halte ich das Buch für absolut lesenswert, führt es doch in einer sehr umfassenden Analyse vor Augen, was in einem großen Teil der heutigen Christenheit grundlegend schief läuft und wo daher die aktuellen Herausforderungen liegen, wenn wir unserem Auftrag in christusgemäßer Weise nachkommen wollen.

Schnell wird klar, dass es bei den aktuellen Problemen mitnichten um Einzelfragen wie etwa menschliche Homosexualität geht, sondern dass wesentlich tiefere theologische Themen und Grundsatzentscheidungen betroffen sind, die nicht ein Herumdoktern an Symptomen, sondern ein Infragestellen der geistlichen Ausrichtung erfordern.

Die vier Themenkomplexe

  • Ausrichtung auf Jesus
  • Autorität der Schrift
  • saubere Theologie
  • geeignete Strukturen

werden dabei zunächst in einer Bestandsanalyse identifiziert und in den folgenden Kapiteln dann nacheinander detaillierter abgehandelt. Die Reihenfolge spiegelt dabei in meinen Augen auch die tatsächliche Priorität (das Grundlegendste und Wichtigste zuerst) wieder. Wir haben das Buch in unserem Hauskreis durchgearbeitet, pro Woche ein Kapitel, das wir zunächst jeder für sich gelesen und dann anschließend besprochen haben. Das hat zu sehr fruchtbaren Gesprächen geführt.

Über die vorgeschlagenen Lösungen kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Ich persönlich teile den im letzten Kapitel ausgedrückten Optimismus bezüglich der (positiven) Zukunftsperspektive der Organisation UMC nicht, auch wenn mir selbst der von der Wesleyan Covenant Association vorgeschlagene Weg der „graceful separation“ (im Deutschen schwer wiederzugeben, am ehesten vielleicht „einvernehmliche Trennung im Frieden, die die Würde beider Partner wahrt“) lieber (d.h. ehrlicher und für unseren Auftrag förderlicher) gewesen wäre als die sich in Deutschland anbahnende Entwicklung. Aber egal wie man sich hierzu positioniert, eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Thematik tut m.E. wirklich Not. Deshalb möchte ich das Buch zur Lektüre empfehlen. Der Leser soll sich dabei aber nicht durch mögliche vordergründige Differenzen abschrecken lassen, sondern das Buch zwar kritisch aber grundsätzlich offen lesen. Offen gerade auch hinsichtlich der Frage, wie weit wir uns durch den Heiligen Geist ansprechen lassen wollen und was Gott uns zu sagen hat. In diesem Sinne kann das Buch zu einer geistlichen Erneuerung beitragen.

Dr. Detlef Fehrer

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